Aktuelles & Zukünftiges

Die aktuelle Diskussion rund um die Finanzierung der Invalidenversicherung (IV-Revision 6b) und die Eingliederung von Menschen mit Leistungsbeeinträchtigung ist geprägt von einem Denken in abgeschlossenen Zirkeln: Herausfallen aus dem 1. Arbeitsmarkt steht der (Re-)Integration in den 2. Arbeitsmarkt gegenüber, dazwischen scheint Leere. Die gelebte Realität zeigt auch ein anderes Bild: Firmen des 1. Arbeitsmarktes sind Kunden und Auftraggeber für Betriebe des 2. Arbeitsmarktes, manchmal auch Anbieter für Praktika und begleitete Arbeitsplätze. Die Betriebe des 2. Arbeitsmarktes sind für deren Fachmitarbeiter ein ganz «normaler» Arbeitgeber, für andere Firmen sind sie Kunden und Geschäftspartner und damit ohne Unterschied zum 1. Arbeitsmarkt.

Wir, die Trägerschaften des Projektes «Mobile» nehmen diese Sichtweise ein: das Zusammenspiel und Ineinandergreifen aller Betriebe soll in Zukunft als Leitbild dienen, die Kooperationen sollen verstärkt und der gegenseitige Nutzen erhöht werden. Das ist ein Ziel des Projektes «mobile».

Die Unternehmenslandschaft der Zürcher Oberlandes und des rechten Zürichseeufers ist geprägt von KMU, aber auch von einer relativ hohen Dichte an Betrieben des sogenannten 2. Arbeitsmarktes. Mit mehreren tausend Arbeitsplätzen für Menschen mit Leistungsbeeinträchtigung stellen diese Betriebe zudem in der Region einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.
 
Die Statistik von INSOS Kanton Zürich  für das Betriebsjahr 2008 zeigt die folgenden Zahlen für 21 Betriebe in den Bezirken Uster, Pfäffikon, Hinwil und Meilen, die zusammen eine Bilanzsumme von knapp 109 Mio CHF aufweisen. Erträge total: 185.577 Mio CHF davon Erträge aus Wohnangeboten 54.87 Mio CHF, Erträge aus Produktion und Dienstleistung 24.486 Mio CHF, Betriebsbeiträge des Kantons 82.168 Mio CHF, Ausbildungsbeiträge und IV-Massnahmen 17.58 Mio CHF.

Dieser Wirtschaftsfaktor soll sichtbarer gemacht und besser ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gebracht werden. Das ist ein Ziel des Projektes mobile.

Die Frage nach der sozialen Nachhaltigkeit unseres Wirtschaftens wird in den nächsten Jahren an Brisanz gewinnen. Bis heute ist diese Dimension noch wenig entwickelt, erste Ansätze dazu finden wir bei der Diskussion über Zuschlagskriterien im Submissionswesen der öffentlichen Hand.

Studien, unter anderem des GDI, zeigen, dass viele Kunden in Zukunft Produkte und Firmen bevorzugen werden, die neben ökologischen vermehrt auch sozialen Kriterien genügen, wertorientiertes Einkaufen liegt im Trend und ist zukunftsfähig. Es liegt im Interesse von Unternehmen, ihr Engagement für soziale Belange der Gesellschaft publik zu machen und als Teil ihrer Reputation aktiv zu leben, dafür will das Projekt Mobile in Zukunft eine Plattform bieten.

Mobile will die Welt nicht neu erfinden, das Projekt ist anschlussfähig an Massnahmen, Projekte und Ideen seiner Träger und Partner.